Die Auswahl des richtigen Öls für einen Getriebemotor sollte sich aus den Herstellerangaben für die jeweilige Ausführung des Antriebs ergeben. Die Ölart ist auf dem Typenschild des Getriebes angegeben (z. B. CLP PG 220), und genau diese Angabe ist der Ausgangspunkt für das Nachfüllen oder den Wechsel des Schmierstoffs.

Um ein Ersatzprodukt auszuwählen (wenn Sie kein identisches Öl „griffbereit“ haben), nutzen Sie die Herstellerdokumentation – die NORD-Anleitung B1000, Punkt 7.2, beschreibt die Schmierstoffe und enthält Tabellen mit Öl- und Schmierstoffäquivalenten.

Anleitung NORD B1000 – Getriebemotoren und Getriebe Tabellen mit Öl- und Schmierstoffäquivalenten in Kapitel 7.2 · PDF, 3,9 MB, 80 Seiten Anleitung herunterladen

Die wichtigsten Regeln in der Praxis:

  • Mischen Sie keine Öle mit unterschiedlichen Basen und Klassen (im Zweifelsfall führen Sie einen Wechsel auf einen einzigen, zulässigen Typ durch).
  • Halten Sie sich an Viskosität/Klasse laut Typenschild sowie an die Herstellerempfehlungen zu Ölfüllmenge und Serviceintervallen (Betriebsanleitung).

Wenn Sie die Angaben auf dem Typenschild nicht ablesen können oder Zweifel an einem Ersatzprodukt haben, hilft SPEC SERWIS, das richtige Öl zu identifizieren und ein Äquivalent auszuwählen, mit Unterstützung bei Kontakt und technischen Absprachen mit NORD.

Was passiert bei einem Fehler?

In der Praxis endet das mit einem von drei Szenarien: beschleunigter Verschleiß, Überhitzung oder Dichtungsschäden. Im Einzelnen:

  • Zu niedrige Viskosität (zu „dünnes“ Öl) → schwächerer Schmierfilm, Metall-auf-Metall-Kontakt, Temperaturanstieg, Laufgeräusche, beschleunigter Verschleiß von Zahnrädern und Lagern (im Extremfall Fressen).
  • Zu hohe Viskosität (zu „dickes“ Öl) → höhere Widerstände, Wirkungsgradverlust, Erwärmung des Antriebs, Startprobleme bei niedrigen Temperaturen, Unterschmierung an kritischen Stellen (das Öl gelangt nicht dorthin, wo es sollte).
  • Falsche Basis / inkompatibler Typ (z. B. Mischen verschiedener Öle oder falsches Synthetiköl) → Additivkonflikte, Schaumbildung, Ablagerungen/Schlamm, schlechtere Wasserabscheidung, sprunghafter Verlust der Schmiereigenschaften.
  • Inkompatibilität mit den Dichtungen → Quellen oder Aushärten der Elastomere, Ölleckagen, Ansaugen von Verunreinigungen, Absinken des Ölstands.
  • Falsche Additive (EP, Korrosionsschutz, Schauminhibitoren) für den jeweiligen Getriebetyp → Oberflächenmikroschäden (Pitting), Korrosion, verkürzte Lebensdauer.
  • „Geschäftliche“ Folgen → häufig Garantieverlust und teurerer Service (da die Ursache im Betrieb liegt).

Wenn Sie vermuten, dass das falsche Öl eingefüllt wurde: Betreiben Sie den Antrieb nicht weiter unter Last! Die sicherste Lösung ist der Kontakt mit uns, um Temperatur- und Geräuschmessungen durchzuführen und den Antrieb auf Leckagen zu prüfen. Auf Basis dieser Daten können wir fachgerecht das gesamte Öl ablassen, das Gehäuse spülen und zum Abschluss das richtige Öl einfüllen. Zusätzlich führen wir immer eine Zustandskontrolle durch, bei der wir uns auf die magnetische Ölablassschraube und die Prüfung auf Späne konzentrieren.

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