Die Einbaulage des Getriebemotors (Montageposition) ist die Information, die angibt, in welcher Ausrichtung der Antrieb sicher arbeiten kann und wie u. a. die Schmierung in dieser Stellung aussehen soll. Am schnellsten prüfen Sie sie ohne Demontage – anhand der Herstellerkennzeichnungen.

  • Prüfen Sie das Typenschild des Getriebemotors/Getriebes – die Einbaulage ist oft als Kennzeichnung M1–M6 (z. B. M5) angegeben.
  • Vergleichen Sie die Kennzeichnung mit der Herstellerdokumentation – die NORD-Anleitung „Getriebemotoren und Getriebe – B1000" enthält in Abschnitt 7.1 Zeichnungen der Bauformen und Einbaulagen, mit denen sich die Einbaulage eindeutig der Installation zuordnen lässt.
NORD-Anleitung B1000 – Getriebemotoren und Getriebe Original-Herstellerdokumentation, Ausgabe pl-2424 · PDF, 3,9 MB, 80 Seiten Anleitung herunterladen

Wenn die Kennzeichnung auf dem Typenschild unleserlich ist, fehlt oder der Antrieb modifiziert wurde, kann SPEC SERWIS bei der Identifikation der Einbaulage helfen und den Kontakt mit NORD beratend unterstützen – damit die richtige Lösung für Ihre Anwendung und Betriebsbedingungen ausgewählt wird.

Warum ist diese Information wichtig?

Die Einbaulage ist die festgelegte Ausrichtung zur Schwerkraft, in der der Getriebemotor montiert und betrieben werden soll – also wie Gehäuse und Wellen ausgerichtet sind (waagerecht/senkrecht) und wo sich „oben" und „unten" des Getriebes befinden.

  • Schmierung/Ölstand: In verschiedenen Einbaulagen verteilt sich das Öl unterschiedlich; der Hersteller wählt den empfohlenen Ölstand, die Viskosität und manchmal die Schmierungsart passend zur Ausrichtung,
  • Belüftung und Verschlussschrauben (Einfüll-/Ablass-/Kontrollschraube): Je nach Einbaulage müssen andere Verschlussschrauben „oben" (Belüftung) und „unten" (Ablass) liegen, damit der Service korrekt ist,
  • Lebensdauer von Dichtungen und Lagern: Belastung und Betriebsbedingungen der Elemente ändern sich (z. B. senkrechter vs. waagerechter Betrieb).

In der Praxis kennzeichnen Hersteller die Einbaulagen mit Symbolen (häufig Buchstabe und Nummer, z. B. M1–M6 bei NORD oder B.3-B.7 bei anderen Herstellern) und ordnen ihnen eine konkrete Stellung der Wellen sowie der Verschlussschrauben/Belüftung zu. Bei Bedarf kann ich eine einfache „Eselsbrücke" geben, wie man die typische Einbaulage daran erkennt, ob die Welle senkrecht oder waagerecht steht und wo die Belüftung sitzt.

Wie erkennt man die Einbaulage des Getriebemotors?

Hinweis: Für eine sichere Feststellung nutzen Sie am besten die Hilfe eines Experten.

1) Zuerst die Ausrichtung benennen (das ist schon die halbe Miete)

Prüfen Sie 3 Dinge:

  • Richtung der Achse der ABTRIEBSWELLE (die, welche die Maschine antreibt): steht sie waagerecht oder senkrecht?
  • Wo ist „oben" am Getriebe (d. h. welche Gehäusewand liegt nach der Montage am höchsten)?
  • Wo befindet sich der Motor relativ zum Getriebe (oben, seitlich, darunter) – betrifft den Getriebemotor.

Die einfachste Einteilung:

  • Abtriebswelle waagerecht → typische „waagerechte" Stellung.
  • Abtriebswelle senkrecht (nach unten oder nach oben) → „senkrechte" Stellung.

2) Die Regel der Verschlussschrauben: Die Belüftung liegt immer am höchsten Punkt

Aus unserer Erfahrung ist dies das zuverlässigste Kriterium.

  • Der Belüftungsfilter / die Belüftungsschraube (oft eine kleine Schraube mit Öffnung oder Ventil) sollte sich am höchsten Punkt des Ölraums befinden.
  • Die Ölablassschraube liegt in der Regel am tiefsten Punkt.
  • Die Ölstandskontrollschraube sitzt meist seitlich, auf Höhe des erforderlichen Ölstands (ungefähr „auf halber Höhe" der Ölzone, je nach Bauform).

Wenn Sie sehen, dass die Belüftung „seitlich" oder „unten" sitzt, bedeutet das häufig, dass:

  • jemand die Verschlussschrauben nicht an diese Einbaulage angepasst hat, oder
  • das Getriebe eine andere Belüftungslösung hat, oder
  • es sich gar nicht um die Belüftung handelt (sie wird manchmal mit der Kontrollschraube verwechselt).

3) Schnelle Erkennung allein am Aussehen (ohne Kennzeichnungen)

  1. Abtriebswelle waagerecht (am häufigsten)
  • Das Getriebe steht in Fußausführung oder ist mit Flansch montiert.
  • „Oben" am Gehäuse ist die Fläche, auf der sich meist die Belüftung befindet.
  • Die Varianten unterscheiden sich vor allem dadurch, ob der Motor „über", „neben" oder „unter" dem Getriebe sitzt.
  1. Abtriebswelle senkrecht (nach unten / nach oben)
  • Das Getriebe steht meist wie eine Säule.
  • Die Belüftung sitzt fast immer auf dem oberen Deckel.
  • Bei diesen Einbaulagen verlangen Hersteller oft andere Ölstände / zusätzliche Empfehlungen (weil sich das Öl anders verteilt).

4) Mini-Fotocheckliste (was fotografieren, damit wir nicht raten müssen)

Wenn Sie sicher gehen wollen, reichen 3 Fotos:

  1. Typenschild (manchmal steht dort M1–M6 bei NORD-Produkten oder „mounting position").
  2. Gesamtansicht des Getriebemotors von der Seite (damit die Wellenrichtung und die Position des Motors erkennbar sind).
  3. Nahaufnahme der Verschlussschrauben (oben/seitlich/unten am Gehäuse) – am besten ist die Belüftung sichtbar.

5) Die kürzeste Regel zum Merken

Wenn Sie nur 10 Sekunden haben:

  • Einbaulage = wie das Getriebe zur Schwerkraft steht,
  • die Belüftung muss immer oben sein,
  • der Ablass unten,
  • die Abtriebswelle sagt, ob die Anordnung „waagerecht" oder „senkrecht" ist.

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