Aufgrund der Komplexität der Mechanismen und der Vielzahl an Optionen ist die Wahl eines Getriebemotors keine einfache Aufgabe. Ihr Ziel ist sicherlich, den richtigen Antrieb für Ihre Anwendung zu bestellen. In dieser Kategorie finden Sie schnelle Hinweise, wie und wo Sie einen Getriebemotor bestellen und was Sie vorbereiten sollten, damit die Bestellung bereits beim ersten Mal passt.

Wie bestellt man einen Getriebemotor?

Sie können einen Getriebemotor direkt beim Hersteller bestellen – z. B. über die NORD-Website – oder über eine Vertriebs- und Technikunterstützung, die hilft, die passende Konfiguration für Ihre Maschine und Betriebsbedingungen auszuwählen.

Damit die Bestellung reibungslos verläuft, halten Sie die grundlegenden Daten bereit:

  • Anwendungstyp (z. B. Förderer, Rührwerk), erforderliches Drehmoment und Drehzahl sowie die Motorversorgung,
  • Einbaulage / Montageposition (vom Typenschild) sowie die Umgebungsbedingungen (z. B. Feuchtigkeit, Reinigung).

In der Praxis ist es am besten, einen Fachmann einzuschalten, der Sie bei der Auslegung und im Kontakt mit NORD unterstützen kann (beratend, als Vertriebsunterstützung), damit der bestellte Getriebemotor von den Parametern und der Montage her zu Ihrer Anlage passt. SPEC SERWIS führt laufend derartige Aufträge aus und hat bereits viele, viele Kunden bei der Auswahl des richtigen Antriebs unterstützt.

Welche Probleme treten häufig bei der Getriebemotor-Auslegung auf?

Die häufigsten Probleme bei der Getriebemotor-Auslegung entstehen dadurch, dass die Auswahl „nach Leistung“ oder „nach Übersetzung“ erfolgt, während reale Belastungen und Betriebsbedingungen außer Acht gelassen werden. Typische Fehler:

  • Unterschätzung des Abtriebsdrehmoments: nicht berücksichtigte Reibung, Fahrwiderstände, Steigungen, Laständerungen.
  • Fehlende Analyse von Anlauf und Dynamik: zu geringes Anfahrmoment, Problem beim Beschleunigen der Massenträgheit (J), zu hohe Überlastungen bei Start/Stopp.
  • Falsche Auswahl von Drehzahl / Übersetzung: Betrieb außerhalb des optimalen Bereichs (zu langsam/zu schnell), keine Regelmöglichkeit, falsche Auslegung für den Frequenzumrichter.
  • Nichtberücksichtigung des Arbeitszyklus: S1/S3, häufige Anläufe, Impulsbetrieb, Spitzenlastbetrieb – führt zu Überhitzung.
  • Falscher Servicefaktor: keine Reserve für Stöße, Überlastungen, Prozessschwankungen.
  • Montagefehler und Schmierung: eine ungeeignete Einbaulage (Ausrichtung) beeinflusst Schmierung/Öl und Lebensdauer.
  • Nichtberücksichtigung radialer und axialer Wellenbelastungen: falsche Auswahl der Lagerung/des Abtriebs für Riemenscheibe, Ritzel, Kupplung.
  • Falsche Umgebungsparameter: Schutzklasse IP, Staub, Reinigung, Chemikalien, Temperatur, Korrosion, Außeneinsatz – Auswahl von Dichtungen und Beschichtungen.
  • Fehlende Anforderungen an Genauigkeit und Spiel: Verdrehspiel, Steifigkeit, Wiederholgenauigkeit (wichtig beim Positionieren).
  • Elektrische Fehlanpassung: Spannung, Frequenz, Steuerungsart, Bremse, Encoder, Wirkungsgradklasse, Kompatibilität mit dem Frequenzumrichter.
  • Bauraum- und Servicebeschränkungen: kein Platz für die Montage, kein Zugang zu Entlüftung/Verschlussschraube, erschwerte Wartung.
  • Nichtberücksichtigung von Sicherheitsanforderungen und Normen: z. B. ATEX, Hebeanwendungen, Bremsenredundanz.

Um das Risiko der oben genannten Probleme zu verringern, zögern Sie nicht, die Hilfe von Fachleuten in Anspruch zu nehmen. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen Antrieb bestellen, der speziell für Ihre Anforderungen gefertigt wird – im Fehlerfall kann die Rückgabe des Produkts daher problematisch sein.

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